Der tollste Tag. Peter Turrini.
Schauspiel frei nach Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais.
Anna Stiepani (Regie), Mel Stein (Trampolincoach). Theater in der Josefstadt, Wien.
Die Stimme der Kritik für Bümpliz und die Welt, 15. Oktober 2026.
Die Kapitulation
Ludwig Börne:
Ehe die Schlange Kritik mich verführte, war ich unschuldig wie der Mensch im Paradiese; ich konnte über einen Ifflandschen Hofrat, wenn er tugendhaft war, weinen wie ein Bürgermädchen, und über Bären und närrische Pudeln gleich einem Wiener lachen. Da ass ich vom Baume der Erkenntnis, lernte Gutes vom Bösen unterscheiden, und meine Zufriedenheit war hin. Da kam ich mit einem Vergrösserungsglase in das Schauspielhaus und entdeckte hässliche Flecken und Unebenheiten, wo ich früher alles schön und glatt gefunden.
Salzburger Nachrichten, Wolfgang Huber-Lang/APA:
Wie die neue Josefstadt-Direktorin Marie Rötzer die Kammerspiele künftig positionieren wird, weiss man nach dieser Produktion hoffentlich noch nicht. Aber man weiss, dass das Haus über ein Premierenpublikum verfügt, das auch am Ende eines missglückten Abends so zu jubeln versteht, als habe man soeben tatsächlich das erlebt, was der Titel versprach: den "tollsten Tag".
Die Stimme der Kritik Bümpliz und die Welt:
Offensichtlich kennt die neue Intendantin ihr Publikum. Sie serviert ihm mit Anna Stiepanis Inszenierung das Zukömmliche: Mastkost anstelle von Haute Cuisine. Und siehe, die Leute schmatzen ihren Trog mit Behagen leer. Wohl bekomm's.
Die Wiener staunen ...
... über Bären ...
... und närrische Pudel.
