Links der Wäschekorb, rechts Falstaff mit Wanst. © Joel Schweizer.

 

 

Play Falstaff. William Shakespeare/Robin Telfer.

Schauspiel.

Robin Telfer. Theater Orchester Biel Solothurn.

Die Stimme der Kritik für Bümpliz und die Welt, 21. Januar 2023.

 

> Gute Nachricht für alle, die das Regietheater satt haben und "endlich wieder" Stücke "so" sehen möchten, "wie sie der Autor gemeint hat"! <

 

Heute bringt Theater Orchester Biel Solothurn Shakespeares "Falstaff" im geheiligten Stil des alten Burg­theaters, wo die Darsteller noch Ritterrüstungen trugen, Strumpfhosen, Perücken und falsche Bärte. Diese Art, Klassiker mit Lanzen und Schwertern zu spielen, hat sich in Wien von 1760-1970 gehalten. In Biel-Solothurn noch gute 15 Jahre länger, bis zum Ende der Direktion Bojack. "Die Langeweile des Klassikers" titelte 1984 das "Bieler Tagblatt": "Selten noch gab es im Stadttheater eine langweiligere Aufführung. In der ersten Reihe kämpfte ein Jüngling still gegen den Schlaf, während unverschämtere Zuschauer herzhaft gähnten." Heute nun bekommen die AHV-Bezüger wieder jenen faden Theaterstil vorgesetzt, der sie vor einem halben Jahrhundert aus dem Städtebundtheater vertrieb. Ob sie ihn jetzt, mit grauen, gefärbten oder verlorenen Haaren, interes­santer finden? In der Jugend hätten sie gesagt, dieser "Falstaff" sei rettungslos zurückgeblieben. Man erkenne in der Inszenierung von Robin Telfer keine Idee und verstehe nicht, warum das Stück überhaupt auf die Bühne gebracht worden sei. Bei diesem Votum würden sich die Enkel verneigen: "Grosspapa, ich sehe, du hast echt noch was drauf." Ja du mein lieber Schwan. Wenn man das nur von "Play Falstaff" auch sagen könnte!

 

Pluderhosen. 

Ritterrüstungen. 

 
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